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By Gerhard Schneider

trauten, so zeigte sich aber andererseits, daß für die mich hier interessieren­ de Thematik der psychischen Bedeutung von Fremdem nicht einfach Freuds psychoanalytisches Subjektmodell in seiner theoriestrukturellen wie -materialen Konkretisierung übernommen werden konnte. Sozusagen ex negativo ergab sich ein Zugang von Schütz' phänomenolo­ gischer examine des alltäglich-lebensweltlichen Selbstseins her, ist doch das Fremde ganz allgemein ein solches, das im Verstehenshorizont dieses Selbstseins (zumindest zunächst) nicht aufgeht. Vielmehr bringt es zur Erscheinung, used to be in der Normalität des alltäglich-lebensweltlichen Selbst­ seins ausgeklammert ist: sein Anders-sein-können, oder mit einem anderen Ausdruck: seine Kontingenz. Im weiteren Nachdenken über die Problematik des Fremden, die über das spezielle Ausgangsproblem der Fremdheit der künstlerischen Moder­ ne hinausführte, zeigte sich, daß mit einem dialektischen Begriff personaler Identität, in dem die Kontingenz des Selbstseins im Sinne der Psychoana­ lyse als dynamisch Fernzuhaltendes verstanden wird, die fundamentale Ambivalenz gegenüber Fremdem, der horror alieni neben dem amor alieni, rekonstruierbar wird. Und genau dies ist das systematische Anliegen dieses Buches: die Entwicklung eines dialektischen Begriffs personaler Identität zur Rekonstruktion der Ambivalenz gegenüber Fremdem, ein challenge, das sich in der mäandernden Beschäftigung mit der künstlerischen Moder­ ne als zentral ergeben hatte.

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Du meinst, Du kommst zum Schluß dahin, daß für Dich keine festen Begriffe und keine Fixpunkte mehr existieren ... - T. Man ist sich nicht mehr sicher" (0. , p. 26). 2 Der informationsverarbeitungstheoretische Ansatz als positivitätszentrierte Rekonstruktion Wir haben im vorangehenden Teilkapitel den apperzeptiven Schock des Bildbetrachters hinsichtlich seiner speziellen situativen subjekt- wie objektbezogenen Auftretensbedingungen analysiert (Art des Bildes, Art der WahrnehmungiReflexion). h. wie kann das Subjekt so verstanden werden, daß überhaupt eine erfahrungsinduzierte existentielle Verunsicherung der beschriebenen Art möglich ist.

Würde ich sagen, möchte man doch irgendwie mal zum Ziel kommen. Und das ist ja hier - wenn ich das mal so sagen darf - die Gemeinheit der beiden Bilder [neben dem Werk von Bill ein solches von AlbersJ. Man kommt einfach nicht zum Ziel" (ImdahI1982, p. 28a). Indem die W ahrnehmung-Reflexion als Lösungssuche ihre eigene Voraussetzung in Frage stellt, ist sie nicht affirmativ, sondern fungiert sozusagen gegen ihren eigenen Willen selbstinfragestellend. Damit aber hat sich subjektbezogen ein ähnliches Strukturmoment wie objektbezogen ergeben: Im Prozeß der (Bild-)Wahrnehmung-Reflexion bringt diese an ihr selbst gegen ihre alltägliche Bestimmtheit und Grenzaffirmation mit der V oraussetzung der endlichen Lösbarkeit von Problemen ein 'gleichzeitiges' Anderssein zum Vorschein, eine gleichsam bodenlose Unbestimmtheit und nicht durch Voraus-setzungen einschränkbare U n-begrenztheit.

626). Die zuletzt eingeführte Unterscheidung ermöglicht es, eine zweite Klasse von Fremdheitserfahrungen, die nicht unter dem Aspekt der Nur-nochnicht-Bekanntheit subsumierbar sind, zu thematisieren. Vom Fremdartigen im obigen Sinne des Anders-als-vertraut-in-sich-Verfaßten können wir solches Fremde abgrenzen, das im Unterschied dazu sozusagen ungreifbar anders ist, sich der Bestimmbarkeit entzieht und damit ein Moment des von Nietzsche angesprochenen 'Ungewissen', des NichtGeheuren präsent werden läßt, wie wenn es ein Fluidum hätte, daß irgendwie alles aus den Fugen sei oder geraten könne.

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